Die meisten Sehenswürdigkeiten Weiterodes liegen wenige Gehminuten auseinander. Für Kirche, Burgrain und Kräutergarten sollten Sie einen halben Tag einplanen – wer die Aussichtspunkte und den Röderweg mitnimmt, gern länger.
Die Dorfkirche

Die Kirche steht auf einem Hügel über den Häusern – eine Lage, die im Mittelalter nicht allein der Aussicht wegen gewählt wurde, sondern auch der Verteidigung. Vom ursprünglichen Bau des 13. Jahrhunderts ist der Chorturm erhalten; alles andere kam später hinzu oder wurde überformt. 1619 brach man ein Portal in den Turm, das seither als Haupteingang dient.
Ihr heutiges Gesicht bekam die Kirche ab 1719, als die Gemeinde die Schäden des Dreißigjährigen Krieges beseitigte und den Innenraum neu gestaltete: doppelstöckige Emporen, eine bäuerlich-barocke Deckenmalerei und ein heller Raum unter dem alten Chorturm. Seither zählt die Weiteröder Kirche zu den schönsten Landkirchen Hessens. Dass ein Dorf dieser Größe eine solche Ausstattung aufbrachte, sagt einiges über den Wohlstand des 18. Jahrhunderts.
Die Deckenmalerei ist unter dem Namen Himmlische Musik bekannt. 2003 und 2005 wurde sie zusammen mit den ausgemalten Emporen aufwendig restauriert. Die Orgel stammt aus dem Jahr 1739 und spielt damit seit fast drei Jahrhunderten im selben Raum – sie ist älter als fast alles andere im Dorf.
Öffnungszeiten und Führungen erfragen Sie bitte bei der Kirchengemeinde.
Burgrain
1376 erwähnen Dokumente eine Burg bei Weiterode. Über ihr Aussehen, ihre Größe und ihr Ende ist nichts überliefert – geblieben ist der Name. Straße und Gemarkung heißen bis heute Burgrain, ein sprachliches Fossil, das eine Anlage überdauert hat, von der oberirdisch nichts mehr zu sehen ist.
Dass hier eine Burg stand, passt zur Lage: Weiterode war jahrhundertelang Kreuzungspunkt alter Handelsstraßen und diente als Zollstation. Heute liegt am Burgrain die Freizeitanlage des Heimatvereins mit Schutzhütte, Grillhütte und Rastbänken am Waldrand.




Der Burgkräutergarten
Gleich nebenan liegt der Burgkräutergarten: ein umzäunter Garten mit beschrifteten Beeten, Infotafeln, einem Insektenhotel und Sitzgelegenheiten. Wer wissen möchte, was hier wächst, findet an fast jeder Pflanze ein Schild.
Sein Mittelpunkt ist der Peter-Brunnen, ein Sandsteinschacht unter einem Holzdach – einer der drei Brunnen, die der Heimatverein in der Gemarkung angelegt hat.





Freizeitanlage Röderweg
Die zweite Freizeitanlage des Ortes liegt am Röderweg, in einen bewaldeten Hang gebaut. Über einen Pfad erreicht man eine überdachte Hütte und mehrere Unterstände; davor stehen Bankreihen auf einer Wiese, die Platz für größere Runden bieten.






Aussichtspunkte und Heiertal
Der bekannteste Aussichtspunkt der Gemarkung ist der Stirnpilz – benannt nach dem pilzförmigen Schutzdach, das dort auf einem gepflasterten Rund steht. Von der Kuppe reicht der Blick weit über die Felder. Ein zweiter Aussichtspunkt trägt den Namen Meißnerblick.



Im Heiertal liegt ein Tretbecken. Überhaupt geht ein großer Teil der Naherholungsanlagen rund um Weiterode auf den 1969 gegründeten Heimatverein zurück – meist ohne dass ein Schild darauf hinweist.
Anlagen des Heimatvereins
- Freizeitanlage Burgrain: mit Grillhütte und Schutzhütte
- Burgkräutergarten: am Burgrain, mit Peter-Brunnen
- Freizeitanlage Röderweg: Hütte, Unterstände und Sitzreihen am Hang
- Aussichtspunkte: Stirnpilz und Meißnerblick
- Tretbecken: im Heiertal
- Brunnen: drei in der Gemarkung
- Rastbänke: über vierzig in der Weiteröder Gemarkung
Ellis Saal
Der 1928 erbaute Ellis Saal ist zusammen mit dem Gasthaus „Die Linde“ und dessen Biergarten der kulturelle Mittelpunkt des Ortes. Der Kulturverein Ellis Saal e. V. richtet dort regelmäßig Veranstaltungen aus, die weit über Weiterode hinaus wahrgenommen werden.
In der Umgebung
In Bebra selbst lohnt das Eisenbahnmuseum im historischen Wasserturm – ein Nachklang der Zeit, als Bebra einer der wichtigsten Eisenbahnknoten Deutschlands war. Für einen Ausflug ans Wasser bieten sich die Breitenbacher Seen im Auenverbund Fulda an.
