Wann Weiterode gegründet wurde, weiß niemand. Sicher ist nur, wann der Ort zum ersten Mal aufgeschrieben wurde: am 27. August 1057. Der Anlass war ein Tauschgeschäft.
Weiterode gehörte damals dem Erzbistum Mainz – als einziger Besitz weit und breit in einer Gegend, die ansonsten vom Kloster Hersfeld beherrscht wurde. Umgekehrt besaß Hersfeld mit Schornsheim ein Dorf südlich von Mainz, Richtung Alzey, das ebenso abgelegen im fremden Gebiet lag. Beide Seiten hatten dasselbe Problem: Besitz, der sich kaum verwalten ließ.
Erzbischof Liutbold von Mainz und Abt Meginher von Hersfeld lösten es auf naheliegende Weise – sie tauschten die beiden Orte gegeneinander. Verhandelt wurde in Mainz, auf Anordnung König Heinrichs IV. und in Anwesenheit von 33 Zeugen. Weiterode wechselte damit zum Kloster Hersfeld.
Für die Menschen im Dorf dürfte sich wenig geändert haben. Für die Nachwelt ist dieser Verwaltungsakt das älteste schriftliche Lebenszeichen Weiterodes – und der Grund, warum der Ort 2007 sein 950-jähriges Bestehen feiern konnte.
